Er ist 39 Jahre alt. Er hat schon alles gewonnen. Und doch hat Lionel Messi diese WM 2026 noch verrückter gemacht, als sie ohnehin schon war. Drei Gruppenspiele, sechs Tore und ein absoluter Rekord, der seit 2014 scheinbar unantastbar war: Er ist jetzt der beste Torschütze der WM-Geschichte, aller Spieler und aller Turniere.
Die drei Gruppenspiele, Tor für Tor
Jedes Spiel hat seinen Beitrag geleistet. Zusätzlich die von Sofascore vergebenen Bewertungen, die Messi an die absolute Spitze der besten Spieler der gesamten Gruppenphase des Turniers setzen, vor den 1248 Spielern, die an dieser Ausgabe teilgenommen haben.
Ein Dreierpack, der den historischen Rekord von Miroslav Klose (16 Tore) auf einen Schlag egalisiert. Erstes Tor in der 17. Minute. Messi reiht sich damit neben Oleg Salenko als einziger Spieler ein, der seit 1994 drei Tore in einem einzigen Gruppenspiel erzielt hat, mit einem großen Vorteil: Im Gegensatz zum Russen, dessen Mannschaft ausgeschieden war, setzt Messis Argentinien das Turnier fort.
Ein Doppelpack, der die Geschichte endgültig verändert: Messi überholt Klose und wird alleiniger Rekordtorschütze der WM-Geschichte mit 18 Toren. Eine auffällige Zufälligkeit: Dieses Spiel am 22. Juni fiel genau vierzig Jahre nach Maradonas Tor gegen England 1986, eines der berühmtesten Tore der Fußballgeschichte.
Von Lionel Scaloni für ein bedeutungsloses Spiel auf der Bank gelassen, kommt Messi in der 60. Minute unter Applaus ins Spiel und erzielt zwanzig Minuten später einen direkt verwandelten Freistoß, den er selbst erzwungen hat. Sein 19. WM-Tor und ein neuer Rekord: der erste Spieler der Geschichte, der in sieben aufeinanderfolgenden Endrundenspielen trifft, vor den Legenden Just Fontaine und Jairzinho.
Sieben Spiele in Folge mit einem Tor: ein fast unantastbarer Rekord
Dieser Rekord übertrifft sogar den der kumulierten Tore. In einem WM-Spiel zu treffen ist schon selten. Sieben Mal in Folge zu treffen, über zwei verschiedene Turniere hinweg, war vor Messi niemandem gelungen.
Sieben Tore in sieben Spielen, inklusive Doppel- und Dreifachtore. Von der Halbfinale 2022 bis zu diesem Spiel gegen Jordanien hat Messi in der Weltmeisterschaft seit fast vier Jahren einfach nie aufgehört zu treffen.
An der Spitze, aber umgeben von historischer Konkurrenz
Was diese Leistung noch bemerkenswerter macht, ist das Niveau der Konkurrenz, die er hinter sich lässt. Cristiano Ronaldo, Mbappé, Haaland, Dembélé: Alle glänzten in dieser Gruppenphase, ohne auch nur annähernd Messis Tempo zu erreichen.
| Spieler | Tore (Gruppenphase) | Sofascore-Bewertung |
|---|---|---|
| Lionel Messi | 6 Tore | 9,07 / 10 |
| Ousmane Dembélé | 4 Tore, 1 Vorlage | 8,57 / 10 |
| Vinicius Jr | — | 8,43 / 10 |
| Erling Haaland | 4 Tore | 8,25 / 10 |
| Kylian Mbappé | 4 Tore | 8,23 / 10 |
| Cristiano Ronaldo | 1 Tor | 7,07 / 10 |
Dembélé lieferte übrigens einen der weiteren großen individuellen Momente dieser Gruppenphase mit einem Hattrick in nur 32 Minuten gegen Norwegen (4:1), dem zweitschnellsten in der Geschichte des Turniers. Doch selbst diese Leistung reicht nicht aus, um Messi von Platz eins zu verdrängen.
Bei Ronaldo, mit 41 Jahren, ist die Statistik hart: Nach seinem Tor gegen Usbekistan wurde er zum zweitältesten Torschützen der WM-Geschichte hinter Roger Milla, bleibt aber dennoch außerhalb der Top 50 von Sofascore in dieser Gruppenphase, ähnlich wie Portugal, das nicht überzeugen konnte.
Die Frage, die Argentinien bewegt: Zu abhängig von Messi?
Ein Detail fällt in diesem Sofascore-Ranking auf: Argentinien hat keinen anderen Spieler als Messi unter den Top 50 der Gruppenphase. Eine Statistik, die seit Jahren eine wiederkehrende Debatte über die Abhängigkeit der albiceleste Auswahl von ihrem Kapitän neu entfacht.
Ich bin in einer schwierigen Lage, weil mir die Worte fehlen, ich weiß nicht mehr, was ich zu dem sagen soll, was er leistet.
Mit diesem Satz versuchte Lionel Scaloni, Trainer Argentiniens, den Moment nach dem 19. Tor seines Kapitäns zusammenzufassen. Eines ist sicher: Argentinien hat sein Ziel in der Gruppenphase mit einer makellosen Bilanz erreicht, 9 von 9 Punkten, ohne vor der 55. Minute des letzten Spiels ein Gegentor zu kassieren.
Der nächste Schritt: Kap Verde, dann das Ziel des vierten Sterns
Als Gruppenerster qualifiziert, trifft Argentinien nun im Sechzehntelfinale auf Kap Verde, eine der schönsten Geschichten dieser WM 2026, die sich dank drei Unentschieden in der Gruppenphase qualifiziert hat. Auf dem Papier eine günstige Ausgangslage für Messi, der die Gelegenheit haben wird, seinen persönlichen Rekord weiter auszubauen.
Es bleibt abzuwarten, wie weit ein 39-jähriger Spieler gehen kann, der drei Jahre nach dem Gewinn des Pokals in Katar weiterhin Geschichte Spiel für Spiel schreibt.
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